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Profil

 
Die Bilder von Ulrike Hogrebe sind keine geschwätzigen Schilderungen, eher das Gegenteil davon: kleine Nachrichten, winzige Mitteilungen, graffitiähnlich eingefügt in große, nebeneinander oder gegeneinander gestaffelte Farbfelder. Da gibt es kopflose menschliche Figuren, oder auf dem Kopf stehende, in der Luft schwebende Seiltänzer, Babypuppen, Lebensartisten. Vereinzelte Häuser, Tische, Stühle, Leitern, Gefäße. Gliedmaßenähnliche Pflanzen, Hirsche und Pferde, losgerissene Köpfe, Hände, Beine und Füße, männliche Gestalten, denen Geweihe aus dem Kopf wachsen. Das alles könnte große dramatische Erzählungen vermuten lassen, aber Ulrike Hogrebe liebt das kleine und allerkleinste Format ihrer skurrilen, hintergründigen Figurationen, gewissermaßen die Miniatur der angedeuteten Ereignisse.

Hier wird die gegenständliche Welt noch einmal in ihren vorsprachlichen Einzelteilen gezeigt, als Zitat, als perspektivloser Umriss dargestellt. Hier geht es nicht um die Bebilderung der Welt, sondern um ihre Be-Zeichnung in Form eines figürlichen Ding-Alphabets, das wir kaum noch entziffern oder lesen können. Die Motive von Ulrike Hogrebe sind Impulsgeber, Bruchstücke eines ehemaligen Ganzen, sie vermitteln die "faszinierende Aura einer archäologischen Spurensuche nach dem Menschen" (Süddeutsche Zeitung). Trotzdem besitzen ihre Bilder durch waagerechte Linien, durch symmetrische Formen eine Art Ausgleich, vermitteln eine "innere Ruhe", einen gewissen "Halt" und fordern in ihrem eigenständigen, erzählenden Charakter den Betrachter auf, "sich daraus seine eigene Bildergeschichte zu machen".

Text von Walter Aue